Meine Erfahrungen mit einem Berufspaten des STARK-Netzwerkes

Bericht von Markus Rink aus Babenhausen

Als ich kurz vor meinem Abschluss der zehnten Klasse stand, hatte ich durch viele Praktika in verschiedene Berufe hineingeschnuppert. Für mich stand fest, dass ich Landschaftsgärtner werden wollte. Oder zumindest etwas in diese Richtung. Irgendwann sprach mich unsere Schulseelsorgerin Frau Selzer-Breuninger darauf an, ob ich Interesse hätte, mich einmal mit einem Berufspaten des STARK-Netzwerks zu treffen. Ich hielt das für keine schlechte Idee, denn Beratung und Impulse von außen konnten mir vielleicht auch andere Berufswege aufzeigen.

 

So kam es, dass ich mich einige Tage später mit Herrn Eckert traf, der ehrenamtlich für das STARK-Netzwerk arbeitete. Ich erzählte ihm ein wenig von mir, meinen Interessen, und meinen beruflichen Vorstellungen. Zwischen den einzelnen Treffen blieben wir durch Telefonate und Email in regem Kontakt. Herr Eckert sah meine geschriebenen Bewerbungen durch, machte Verbesserungsvorschläge, und brachte mich zum Nachdenken. Ich kam dadurch auf die Idee, dass ich doch mein Fachabitur machen könnte. Herr Eckert hielt das für eine gute Idee. Jedoch wussten wir beide, dass das aufgrund meiner Matheschwäche (Dyskalkulie) nicht einfach werden würde. Herr Eckert suchte für mich Informationen über diverse Schulen zusammen, und wir berieten uns bei jedem Treffen.

 

In die engere Auswahl kam die Landrat-Gruber-Schule in Dieburg. Dort könnte ich dann eine Ausbildung zum Sozialassistenten und damit auch mein Fachabitur machen. Ich vertraute Herrn Eckert, und schlug meinen Ausbildungsplatz zum Landschaftsgärtner aus. Ab September 2014 besuchte ich nun die Landrat-Gruber-Schule in Dieburg, Fachbereich Sozialassistenz. Schon am ersten Schultag wurde mir gesagt, dass ich auch dort mein Fachabitur ohne Mathematik nicht absolvieren konnte. Ich wollte weg, wollte die Ausbildung abbrechen. Trotzdem fasste ich mich wieder, und schloss das erste Jahr der Ausbildung zum Sozialassistenten ab. Mit gemischten Gefühlen trat ich dann mein zweites Ausbildungsjahr an, welches aus einem einjährigen Praktikum in einer Kita bestehen sollte. Ich war überzeugt, dass ich nicht der richtige Mann für den Umgang mit Kindern war. Ich war verunsichert und unschlüssig. Trotz meiner Bedenken begann ich dieses Berufspraktikum in einer Kindertageseinrichtung. Und, wer hätte es gedacht, es machte mir Spaß. Ich merkte die Freude und Offenheit der Kinder. Die KollegInnen unterstützten und begleiteten mich. Ja, die Arbeit mit Kindern machte mir tatsächlich Spaß. Ich konnte es am Anfang selbst kaum glauben. Mit guten Ergebnissen schloss ich auch dieses Jahr ab, ebenso die schriftlichen Prüfungen. Ich war frischgebackener, staatlich geprüfter Sozialassistent. Das gab mir den Motivationsschub, um mich auf derselben Schule für die Ausbildung zum Erzieher zu bewerben.

 

Mittlerweile befinde ich mich im zweiten Ausbildungsjahr der Erzieherausbildung. Und wenn ich zurückdenke, bin ich froh, diese Entscheidungen getroffen zu haben. Auch wenn ich diese Entscheidungen ganz allein treffen musste, und das nicht immer einfach war.

Herr Eckert unterstützte und begleitete mich auf meinem Weg, und war weiterhin mein Ansprechpartner. Ohne ihn wäre ich vermutlich doch Landschaftsgärtner geworden, ich weiß es nicht. Aber wichtige Entscheidungen im Leben, besonders, was den Ausbildungsweg angeht, die kann man nur allein treffen. Das kann einem niemand abnehmen, auch kein Berufspate. Ich kann jedem nur den Rat geben, der jetzt in derselben Situation ist, wie ich damals. Lasst euch von niemandem drängen. Lasst euch nicht fremdbestimmen. Sucht euch aufgrund eurer Interessen und Vorlieben euren Ausbildungsplatz. Denkt aber daran, dass sich Interessen ändern können. Entscheidungen, die ihr trefft, haben Konsequenzen. In erster Linie Konsequenzen für euch. Überlegt gut, welchen Weg ihr einschlagen wollt. Und denkt daran. Es gibt gerade Wege, unebene Wege, und Wege mit vielen Abbiegungen, und Kurven. Aber irgendwann seid ihr auf eurem Weg in der für euch richtigen und wichtigen Ausbildung angekommen.

 

Markus Rink, September 2017

 

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